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Motor

Verlustleistung des Motortreibers

Berechnet die Verlustleistung eines Motortreiber-ICs oder eines diskreten MOSFETs, einschließlich Leitungsverlust und Schaltverlust bei einer bestimmten PWM-Frequenz.

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Formel

P_cond = I² × R_DS × D, P_sw = f × Qg × V

R_DSOn-state resistance (Ω)
QgGate charge (nC)

Wie es funktioniert

Die Verlustleistung in einem Motortreiber-IC besteht aus Leitungsverlusten (I² × R_DS (on) × Arbeitszyklus) und Schaltverlusten (proportional zu V × I × Schaltfrequenz). Bei niedrigen PWM-Frequenzen dominieren die Leitungsverluste, bei hohen Frequenzen dominieren die Schaltverluste. Die Sperrschichttemperatur muss unter der maximalen Nennleistung des ICs bleiben: T_j = t_Ambient + P_dissipated × R_Ja (thermischer Widerstand von der Verbindungsstelle zur Umgebung). Eine Überschreitung von T_J_max löst eine thermische Abschaltung aus und führt zu zeitweiligen Motoraussetzern.

Bearbeitetes Beispiel

Ein DRV8876-Motortreiber-IC (R_DS (on) = 565 mΩ insgesamt Hoch- und Tiefseite, R_ja = 35 °C/W) treibt einen 12-V-Motor mit einer Dauerleistung von 3 A und einer Einschaltdauer von 80% an. Die Umgebungstemperatur beträgt 40 °C. Schritt 1 — Leitungsverlust: P_Cond = I² × R_DS (an) × D = 3² × 0,565 × 0,80 = 4,07 W Schritt 2 — Schaltverlust (angenommen F_PWM = 20 kHz, t_sw = 100 ns): p_SW ≈ V × I × t_sw × f = 12 × 3 × 100e-9 × 20000 = 0,072 W (hier vernachlässigbar) Schritt 3 — Totale Ableitung: p_TOTAL = 4,07 + 0,07 = 4,14 W Schritt 4 — Sperrschichttemperatur: T_j = t_AMB + P × R_JA = 40 + 4,14 × 35 = 40 + 144,9 = 184,9 °C Schritt 5 — Maximum t_J für DRV8876 = 150 °C → ÜBERSCHRITTEN Lösung: Reduzieren Sie den Motorstrom auf 2 A oder fügen Sie dem Kupferguss auf der Leiterplatte ein Wärmeleitpad hinzu. Bei 2 A: P_Cond = 2² × 0,565 × 0,80 = 1,81 W → t_J = 40 + 1,81 × 35 = 103,4 °C ✓ Ergebnis: Bei 3 A überhitzt sich dieser Treiber in freier Luft bei 40 °C. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit auf 2 A, oder verwenden Sie einen Kupferguss oder einen externen Kühlkörper, um R_ωJa zu reduzieren.

Praktische Tipps

  • Legen Sie das Wärmeleitpad auf der Unterseite der QFN/DFN-Motortreiberpakete frei und löten Sie es auf eine Kupferschicht mit mindestens 4 thermischen Durchkontaktierungen zur Grundplatte auf der gegenüberliegenden Schicht.
  • Messen Sie die Temperatur des Treiber-ICs beim ersten Einschalttest mit einem IR-Thermometer — eine Oberflächentemperatur über 80 °C weist auf eine unzureichende Kühlung hin und erfordert eine Verbesserung des Leiterplattenlayouts
  • Wählen Sie für Hochleistungs- oder Dauerbetrieb einen Motortreiber mit Synchrongleichrichtung (Low-Side-MOSFET-Freilauf statt Body-Diode), um die Freilauf-Leitungsverluste zu halbieren

Häufige Fehler

  • Verwendung des reinen R_JA-Werts (Junction-to-Ambient) aus dem Datenblatt ohne Berücksichtigung der Kupferfläche auf der Leiterplatte — ein großer Kupferguss kann den effektiven R_JA um 30— 50% reduzieren
  • Ignorieren des Einschaltzyklus bei der Berechnung des Leitungsverlusts — der Leitungsverlust skaliert mit dem Arbeitszyklus, sodass ein Motor im Leerlauf bei 20% Einschaltdauer nur 1/4 der Leistung abgibt, die bei einem Tastverhältnis von 80% bei gleichem Strom entsteht
  • Berechnung der Verlustleistung bei Nennstrom ohne Berücksichtigung des tatsächlichen Betriebsstroms — Motoren ziehen selten kontinuierlich Nennstrom; verwenden Sie den Effektivstrom für eine genaue Verlustschätzung

Häufig gestellte Fragen

R_JA ist der Widerstand von der Verbindungsstelle zur Umgebung — der gesamte Wärmeweg von der Düse zur Umgebungsluft. R_ωJC ist der Widerstand von der Verbindungsstelle zum Gehäuse — nur der Weg vom Werkzeug zur Gehäuseoberfläche. Verwenden Sie R_ja für Berechnungen im Freien ohne Kühlkörper. Verwenden Sie R_JC plus einen separaten Kühlkörperwiderstand für extern gekühlte Pakete. Bei ICs mit freiliegenden Wärmeleitpads bestimmt die Kupferfläche der Leiterplatte stark den effektiven Wert von R_Ja.
R_DS (on) senken: Wählen Sie einen Treiber mit niedrigerem Einschaltwiderstand oder verwenden Sie diskrete MOSFETs. Strom reduzieren: Verwenden Sie ein Getriebe, um einen niedrigeren Motorstrom bei gleichem Ausgangsdrehmoment zu ermöglichen. Reduzieren Sie den Arbeitszyklus: Arbeiten Sie mit einer niedrigeren Durchschnittsgeschwindigkeit. Verbessern Sie die Kühlung: Erhöhen Sie die Kupfergießfläche der Leiterplatte, fügen Sie den inneren Schichten Durchkontaktierungen hinzu oder befestigen Sie einen Kühlkörper.
Bei niedrigen Motorlasten können Schaltverluste dominieren, wenn die PWM-Frequenz sehr hoch ist. Ruhestrom und Ladeverluste des Bootstrap-Kondensators sind ebenfalls feste Gemeinkosten. Wenn der Motor abgebremst wird (hoher Strom bei Nulldrehzahl), wird außerdem die gesamte Leistung ohne mechanische Leistung erwärmt. Prüfen Sie, ob der Motor während des heißen Zustands tatsächlich läuft oder abgeschaltet ist.

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