Fresnel-Zonenrechner
Berechnen Sie den Fresnel-Zonenradius am Mittelpunkt einer HF-Sichtverbindung. Ermitteln Sie den erforderlichen Abstand über Hindernissen für zuverlässige Mikrowellen- und WLAN-Verbindungen.
Formel
Wie es funktioniert
Der Fresnel-Zonenrechner bestimmt den erforderlichen Freiradius rund um den direkten Sichtlinienpfad, um Beugungsverluste durch Hindernisse zu vermeiden. Dieser wird von Funknetzplanern, Mikrowellenverbindungsingenieuren und Punkt-zu-Punkt-Systemdesignern verwendet, um eine zuverlässige Ausbreitung zu gewährleisten. Der erste Fresnel-Zonenradius r1 = sqrt (n lambda d1 * d2/d) bestimmt das kritische Abstandsvolumen gemäß ITU-R P.530-17.
Wenn mehr als 40% der ersten Fresnel-Zone blockiert werden (0,6 * r1 Abstand), führt dies zu einem Beugungsverlust von 0 dB; bei einer Blockierung von 60% erhöht sich der Verlust gemäß der Beugungstheorie mit messerscharfer Kante um etwa 6 dB. Eine 10 km lange Verbindung mit 5,8 GHz hat einen ersten Fresnel-Zonenradius von 14,3 m in der Mitte des Pfades — ein 9 m hohes Hindernis auf halber Strecke versperrt 63% der Zone, was zu einem zusätzlichen Pfadverlust von etwa 6 dB führt, der über die Vorhersage des freien Raums hinausgeht.
Laut Skolniks „Radar Handbook“ und ITU-R P.526 werden die Anforderungen an den Fresnel-Abstand mit sqrt (Wellenlänge * Entfernung) skaliert. Niedrigere Frequenzen erfordern einen größeren Abstand: Bei 900 MHz ist der Radius der ersten Fresnel-Zone bei gleicher Pfadlänge 2,5-mal größer als bei 5,8 GHz. Dies erklärt, warum IoT-Netzwerke im Sub-GHz-Bereich mehr Laub- und Geländehindernisse tolerieren als Mikrowellenverbindungen.
Bearbeitetes Beispiel
Problem: Ermitteln Sie die Antennenhöhen für eine 15 km lange Mikrowellen-Backhaul-Verbindung bei 18 GHz, die einen 30 m hohen Hügel überquert, der sich 6 km vom nahen Ende entfernt befindet.
Lösung gemäß ITU-R P.530-17-Methodik:
- Wellenlänge berechnen: Lambda = 3e8/18e9 = 0,0167 m (16,7 mm)
- Entfernung von der nahen Antenne zum Hindernis: d1 = 6 km = 6000 m
- Entfernung vom Hindernis zur Fernantenne: d2 = 15 - 6 = 9 km = 9000 m
- Radius der ersten Fresnelzone am Hindernis: r1 = sqrt (1 0,0167 6000 * 9000/15000) = 7,75 m
- Erforderlicher Abstand (60% von r1): 0,6 * 7,75 = 4,65 m über dem Hindernis
- Höhe der Sichtlinie am Hindernis: h_los = 30 + 4,65 = 34,65 m über dem Boden
- Berechnung der Antennenhöhe (unter der Annahme von Endpunkten in flachem Gelände):
- Praktische Anpassung: Verwenden Sie 90 m- und 60 m-Türme mit einem Abstand von 3 m für Erdkrümmung (K=4/3) und Vegetationswachstum.
Praktische Tipps
- ✓Sorgen Sie für einen Abstand von 60% der ersten Fresnel-Zone (0,6 * r1) für eine nahezu verlustfreie Ausbreitung; ein Abstand von 80% bietet einen Spielraum von 3 dB für Vegetationswachstum und atmosphärische Schwankungen
- ✓Verwenden Sie Geländeprofil-Tools (Google Earth Pro-Höhenprofil, HF-Planungssoftware), um alle Hindernisse entlang des Pfades zu identifizieren, nicht nur die offensichtlichen
- ✓Berücksichtigung saisonaler Vegetationsveränderungen — Laubbäume mit Blättern verursachen bei UHF einen Durchdringungsverlust von 0,4 bis 0,8 dB/m gemäß ITU-R P.833; ein 20 m langes Blätterdach in der Fresnel-Zone kann zu einem saisonalen Verlust von über 10 dB führen
Häufige Fehler
- ✗Unter der Annahme, dass die optische Sichtlinie ausreichend ist, ignoriert der Sichtabstand die Fresnel-Lautstärke. Eine Verbindung kann zwar ein klares LOS haben, verliert aber mehr als 6 dB an Fresnel-Obstruktion durch Bodenreflexion oder nahegelegene Strukturen
- ✗Verwendung falscher Entfernungswerte — d1 und d2 sind Entfernungen vom Hindernis zu den einzelnen Antennen, nicht die gesamte Pfadlänge; das Maximum r1 tritt in der Mitte des Pfades auf, wobei d1 = d2
- ✗Ignorieren der Erdkrümmung auf langen Strecken — Die Erdwölbung in der Mitte einer 20 km langen Verbindung beträgt 7,8 m (K=4/3-Atmosphäre); in Kombination mit dem Fresnelabstand wirkt sich dies erheblich auf die Anforderungen an die Antennenhöhe aus
- ✗Berechnung nur für ein einziges Hindernis im schlimmsten Fall — Profilierung des gesamten Pfades; mehrere partielle Hindernisse haben einen kumulativen Effekt gemäß ITU-R P.526 Beugungsmodell
Häufig gestellte Fragen
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