4–20 mA Schleifensender
Berechnet das Spannungsbudget der 4–20-mA-Stromschleife, Sensorwert aus Strom und maximalen Schleifenwiderstand für industrielle Sensorsender.
Formel
Wie es funktioniert
Dieser Rechner entwirft Sender- und Empfängerschaltungen mit 4-20-mA-Stromschleifen, die für Prozesssteuerungstechniker, Integratoren der industriellen Automatisierung und Instrumententechniker unverzichtbar sind. Die 4-20-mA-Stromschleife ist der vorherrschende Standard für die analoge Sensorübertragung in industriellen Umgebungen gemäß ISA-50.00.01 und IEC 60381-1. Ein Transmitter wandelt eine Prozessvariable (Druck, Temperatur, Durchfluss, Füllstand) in einen proportionalen Strom um: I = 4 + 16 * (X - Xmin)/(Xmax - Xmin) mA. Der aktive Nullpunkt (4 mA bei Nulleingang, nicht 0 mA) ermöglicht die Erkennung von Drahtbrüchen (0-1 mA = Fehler) und versorgt 2-Draht-Transmitter mit Strom. Der Strom ist in der gesamten Serienschleife konstant und unempfindlich gegen Spannungseinbrüche über Kabelstrecken von bis zu 3000 m bei 24-V-Versorgung. Der Empfänger wandelt Strom über einen Bürdenwiderstand in Spannung um (normalerweise 250 Ohm für eine Ausgangsleistung von 1-5 V). Maximaler Schleifenwiderstand = (Vsupply — VTX_min)/20 mA; bei 24-V-Versorgung und 12 V minimaler Transmitterspannung ist R_max = 600 Ohm. Das HART-Protokoll (IEC 62591) überlagert +/-0,5 mA FSK bei 1200 bps für die digitale Kommunikation, ohne das analoge Signal zu stören.
Bearbeitetes Beispiel
Problem: Entwurf einer Signalkonditionierung für einen Honeywell STD800-Drucktransmitter (0-1000 kPa, 4-20 mA Ausgang) in einer Raffinerie. Die Stromversorgung erfolgt über 24 V DC, das Kabel ist 500 m lang mit 18 AWG, der PLC-Eingang hat eine Belastung von 250 Ohm.
Lösung:
- Kabelwiderstand: 18 AWG = 20,9 Ohm/km 0,5 km 2 (Hin- und Rückfahrt) = 20,9 Ohm
- Gesamter Schleifenwiderstand: R_Loop = 250 (Bürde) + 20,9 (Kabel) = 270,9 Ohm
- Spannung bei 20 mA: V_Loop = 0,020 * 270,9 = 5,42 V
- Senderspannung: V_Tx = 24 — 5,42 = 18,58 V (mindestens > 12 V, OK)
- Bei 600 kPa: I = 4 + 16 * (600/1000) = 13,6 mA
- ADC-Eingang: v_ADC = 13,6 mA * 250 Ohm = 3,40 V
- SPS-Skalierung: 4 mA = 0 kPa = 1,0 V; 20 mA = 1000 kPa = 5,0 V
- Auflösung mit 12-Bit-ADC (0-5 V): 5 V/4096/4 V * 1000 kPa = 0,31 kPa/LSB
Praktische Tipps
- ✓Verwenden Sie für 4-20-mA-Leitungen ein Twisted-Pair-Kabel mit einer Gesamtabschirmung von 18-24 AWG. Erden Sie die Abschirmung nur am Ende des Kontrollraums, um Erdschleifenströme gemäß ISA-RP12.06.01 zu vermeiden
- ✓Fügen Sie an beiden Enden langer Kabelstrecken einen Überspannungsschutz (TVS-Diode oder Gasentladungsröhre) hinzu. Blitzbedingte Überspannungen können 1000 V überschreiten und Transmitter und SPS-Eingänge gemäß IEC 61643-21 beschädigen
- ✓Stellen Sie bei HART-fähigen Transmittern eine Mindestlast von 230 Ohm für die Kommunikation sicher. Wenn die Belastung <230 Ohm beträgt, fügen Sie parallel zum HART-Modem einen externen 250-Ohm-Widerstand gemäß der HART Foundation-Spezifikation hinzu
Häufige Fehler
- ✗Reihenschaltung mehrerer Empfänger ohne Summierung der Belastungswiderstände: zwei 250-Ohm-Eingänge in Reihe = 500 Ohm Last, halbiert den zulässigen maximalen Kabelwiderstand; sicherstellen, dass der gesamte Schleifenwiderstand unter (Vsupply — VTX_min) /20 mA bleibt
- ✗Interpretation von 4 mA als „Fehler“ statt als „Null“: 4 mA stehen für einen Prozesseingang von Null gemäß ISA-50,00.01; der Fehlerzustand ist <3,6 mA (NAMUR NE43 definiert 3,6-3,8 mA als Unterschreitung des Bereichs, <3,6 mA als Sensorausfall)
- ✗Messung von 4-20 mA mit einem Voltmeter über einen offenen Regelkreis: Durch das Einsetzen eines hochohmigen Voltmeters wird der Strompfad unterbrochen; die Spannung am bekannten Belastungswiderstand (V = I * R_Burde) messen oder ein anklemmendes mA-Messgerät verwenden
Häufig gestellte Fragen
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