Rechner für die Wirksamkeit der Abschirmung
Berechnen Sie die Wirksamkeit der elektromagnetischen Abschirmung von leitfähigen Gehäusen
Formel
Referenz: MIL-STD-285, Schulz et al.
Wie es funktioniert
Der Shielding Effectiveness Calculator berechnet die elektromagnetische Dämpfung für leitfähige Gehäuse — unerlässlich für die EMV-Konformität (CISPR 32, FCC Part 15), die Immunität medizinischer Geräte (IEC 60601-1-2) und militärische Spezifikationen (MIL-STD-461G). Die Techniker von EMC nutzen dies, um die für den Schutz empfindlicher Elektronik erforderliche Abschirmung von 40-80 dB zu erreichen.
Gemäß Henry Otts „EMC Engineering“ und MIL-HDBK-419A ist die Abschirmwirkung SE = A + R + B, wobei A für den Absorptionsverlust, R für den Reflexionsverlust und B für die Reflexionskorrektur steht (vernachlässigbar, wenn A > 10 dB). Absorptionsverlust A = 8,686 x t/delta, wobei t die Dicke und delta = sqrt (2/ (omega x mu x sigma)) die Hauttiefe ist. Bei 1 GHz beträgt die Tiefe der Kupferhaut 2,1 µm; ein 1 mm dickes Kupferblech liefert A > 400 dB.
Reflexionsverlust R = 20 x log10 (Z0/4Zs), wobei Z0 = 377 Ohm (freier Raum) und Zs = sqrt (Omega x mu/sigma) die Abschirmungsimpedanz ist. Kupfer bei 1 GHz hat Zs = 0,026 Ohm, was R = 20 x log10 (377/ (4 x 0,026)) = 67 dB ergibt. Der Gesamt-SE-Wert für Kupfer übersteigt 100 dB — aber echte Gehäuse haben Öffnungen.
Laut Ott dominieren Blenden bei Ausfall der Abschirmung. Ein einzelner Schlitz der Länge L reduziert SE auf etwa 20 x log10 (lambda/ (2L)) bei Frequenzen, bei denen L > lambda/2 ist. Ein 10 cm langer Schlitz (f_cutoff = 1,5 GHz) bietet nur 0 dB Abschirmung bei 1,5 GHz und negativer SE (Resonanzverstärkung) darüber. CISPR 32 Klasse B erfordert einen Grenzwert von 40 dBuV/m — die Gehäuseöffnungen müssen so bemessen sein, dass sie einen Spielraum von über 20 dB bieten.
Bearbeitetes Beispiel
Problem: Designgehäuse aus Aluminium (sigma = 3,77e7 S/m, mu_r = 1) mit 2 mm Wandstärke für eine Abschirmung von 40 dB bei 1 GHz. Maximale Länge des Lüftungsschlitzes?
Lösung pro Ott:
- Hauttiefe bei 1 GHz: delta = sqrt (2/ (2 x pi x 1e9 x 4 x pi x 1e-7 x 3,77e7))) = 2,6 um
- Absorptionsverlust: A = 8,686 x 0,002/2,6e-6 = 6680 dB (Wand ist kein limitierender Faktor)
- Reflexionsverlust: Zs = sqrt (2 x pi x 1e9 x 4 x pi x 1e-7/3.77e7) = 0,032 Ohm; R = 20 x log10 (377/ (4 x 0,032)) = 66 dB
- Gehäuse SE ohne Blenden: >100 dB
- Für 40 dB bei 1 GHz mit Aperturen: SE_Aperture = 20 x log10 (lambda/ (2L)); lambda = 0,3 m bei 1 GHz
- 40 = 20 x log10 (0,3/ (2L)); 100 = 0,3/ (2L); L = 1,5 mm maximale Schlitzlänge
- Für 20 Lüftungsschlitze: Verwenden Sie einen Wabenwellenleiter-Beyond-Cutoff-Filter (5-mm-Zellen liefern >60 dB bei 1 GHz)
Praktische Tipps
- ✓Blendengröße auf maximal Lambda/20 — pro Ott ergibt das einen Spielraum von 26 dB gegenüber der Lambda/2-Resonanz. Bei 1 GHz (Lambda=30 cm) beträgt die maximale Apertur 15 mm; bei 3 GHz beträgt die maximale Apertur 5 mm.
- ✓Verwenden Sie an allen Nähten leitfähige Dichtungen — EMI-Dichtungen (BeCu-Fingerstock, leitfähiger Schaum) halten den Kontaktwiderstand von <10 mohm aufrecht, der für 40+ dB SE gemäß MIL-HDBK-419A erforderlich ist.
- ✓Platzieren Sie EMI-Filter an den Kabeleinführungen — Durchgangskondensatoren liefern 40-60 dB; PI-Filter liefern 60-80 dB. Der Filter muss für eine korrekte Bodenreferenz mit dem Gehäuse verbunden werden.
Häufige Fehler
- ✗Unter der Annahme, dass das Material SE dem Gehäuse SE entspricht, liefert das Material 60-100 dB und mehr, aber Öffnungen (Nähte, Belüftung, Displays) begrenzen die tatsächlichen Gehäuse in der Regel auf 20-60 dB. Laut Ott kann eine einzelne unbehandelte Naht den SE-Wert auf <10 dB reduzieren.
- ✗Verwendung der Gleichstromleitfähigkeit für Hochfrequenzberechnungen — der Hauteffekt begrenzt den Strom auf die Oberfläche; Oberflächenbeschaffenheit (Oxidation, Farbe) kann zu einem Verlust von 10—20 dB führen. Verwenden Sie den gemessenen Oberflächenwiderstand oder geben Sie eine leitfähige Oberfläche an.
- ✗Kabeldurchdringungen werden ignoriert — ungefilterte Kabel dienen als Schlitzantennen in abgeschirmten Gehäusen. Gemäß MIL-STD-461G müssen alle Kabel an der Eingangsstelle gefiltert werden oder es müssen abgeschirmte/gefilterte Stecker verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen
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