Drucksensor-Brückenausgang
Berechnet die Wheatstone-Brücken-Ausgangsspannung für piezoresistive Drucksensoren aus Speisung, Empfindlichkeit und Druck.
Formel
Wie es funktioniert
Dieser Rechner berechnet die Ausgangsspannung der piezoresistiven Drucksensorbrücke, die für Prozesssteuerungstechniker, HVAC-Systemdesigner und Sensorintegratoren in der Automobilindustrie unverzichtbar ist. Piezoresistive Drucksensoren enthalten eine Wheatstone-Brücke aus diffusen Dehnungsmessstreifen oder Dünnschicht-Dehnungsmessstreifen auf einer Silizium- oder Stahlmembran. Durch den ausgeübten Druck wird die Membran abgelenkt, wodurch der Widerstand verändert wird, sodass die Brücke aus dem Gleichgewicht gerät. Der Ausgang ist Vout = Vex S (P/Pfs), wobei Vex die Erregungsspannung (5-10 V typisch) ist, S die Empfindlichkeit in mV/V (typischerweise 10-30 mV/V gemäß den OIML-Empfehlungen) ist, P der angelegte Druck ist und Pfs der Enddruck ist. Ein 20-mV/V-Sensor bei 5-V-Erregung erzeugt 100 mV bei voller Skala. Gemäß IEC 61298 umfassen die Spezifikationen des Drucksensors Genauigkeit (+/-0,1 bis +/ -1% FS), Nichtlinearität (+/- 0,1-0,5% FS), Hysterese (+/- 0,05-0,2% FS) und thermische Nullpunktverschiebung (typischerweise +/ -0,02% FS/C). Industriesensoren von Honeywell, Sensata und Bosch erreichen ein Gesamtfehlerband (TEB) von +/ -0,25% FS über -40 bis +125 °C gemäß AEC-Q100-Automobilqualifizierung.
Bearbeitetes Beispiel
Problem: Größensignalkonditionierung für einen Honeywell MLH500PSB01A-Drucksensor (0-500 psi, 20 mV/V-Empfindlichkeit) in einem Hydrauliksystem. Die Erregung beträgt 10 V, der ADC ist 12-Bit mit einer Referenz von 5 V.
Lösung:
- Ausgangsleistung bei voller Skala: Vfs = 10 V * 20 mV/V = 200 mV
- Erforderliche Verstärkung des Verstärkers: G = 4500 mV/200 mV = 22,5 V/V (lassen Sie Spielraum für Offset)
- Verwenden Sie INA128 mit Rg = 50k/ (G-1) = 50k/21,5 = 2,33 kOhm (verwenden Sie 2,32 kOhm 0,1%)
- Ausgangsleistung bei 350 psi: Vout = 200 mV (350/500) 22,5 = 3,15 V
- ADC-Auflösung: 5 V/4096 = 1,22 mV/LSB
- Druckauflösung: 1,22 mV/22,5/200 mV * 500 psi = 0,136 psi/LSB
- Sensorgenauigkeit: +/ -0,25% FS = +/-1,25 psi pro Datenblatt TEB
- Gleichtaktspannung: Vex/2 = 5 V (INA128 verarbeitet 0-5 V Vcm bei 5-V-Versorgung)
Praktische Tipps
- ✓Verwenden Sie den ratiometrischen Betrieb: Schließen Sie sowohl die ADC-Referenz als auch die Sensorerregung an dieselbe geregelte Spannung an. Wenn die Versorgung um +/- 5% schwankt, skalieren beide proportional und das Verhältnis Vout/Vex bleibt konstant gemäß Honeywell Technical Note HSC-AN-800
- ✓Für absolute Genauigkeit führen Sie eine Zweipunktkalibrierung bei Nulldruck und bekanntem Referenzdruck durch (NIST-rückführbarer Kalibrator), um sowohl Offset- als auch Verstärkungsfehler gemäß ISO 17025-Anforderungen zu korrigieren
- ✓Fügen Sie 100 nF-Keramikkondensatoren von jeder Erregerleitung zur Masse in der Nähe des Sensors hinzu, um hochfrequentes Rauschen beim PWM-Schalten herauszufiltern, das als Messrauschen auftreten würde
Häufige Fehler
- ✗Anlegen einer Erregung, die das Sensormaximum überschreitet: Eine Überspannung führt zu einer Selbsterhitzung der Brücke, wodurch sich der Nullpunkt um 0,1-1% FS verschiebt und die Genauigkeit verschlechtert; maximale Erregung (normalerweise 5-12 V) gemäß Herstellerdatenblatt überprüfen
- ✗Installation des Sensors in Bezug auf die kalibrierte Ausrichtung auf dem Kopf: Viele Sensoren verfügen bei der Nullkalibrierung über ein Eigengewicht der Membrane; eine Änderung der Ausrichtung führt zu einer Offset-Verschiebung, die der Membrandruckhöhe entspricht (0,1-1% FS bei flüssigkeitsgefüllten Sensoren)
- ✗Vernachlässigung der Gleichtaktspannung am Verstärkereingang: Der Brückenausgang läuft im Vex/2-Gleichtaktmodus; wählen Sie INA mit einem Eingangsbereich einschließlich Vex/2 auf Ihren Versorgungsschienen gemäß INA128-Datenblatt von Texas Instruments
Häufig gestellte Fragen
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